„Rheuma Arbeit geben“ – Jetzt für den RheumaPreis 2022 bewerben

Berlin, Februar 2022 – Entzündlich-rheumatische Erkrankungen treffen oft Menschen, die mitten im Berufsleben stehen. Und obwohl heute hochwirksame Therapien zur Verfügung stehen, ist es leider noch immer nicht selbstverständlich, dass Rheumakranke ihren Beruf auch weiter ausüben dürfen. Damit eine Weiterbeschäftigung gelingt, sind individuelle Lösungen gefragt, die von den Betroffenen gemeinsam mit ihren Arbeitgebern entwickelt werden. Die Initiative RheumaPreis würdigt jedes Jahr drei Arbeitsverhältnisse, in denen es besonders gut gelungen ist, krankheitsbedingte Hindernisse zu beseitigen. Der mit 3000 Euro verbundene Preis geht jeweils an die erkrankten Beschäftigten, die arbeitgebenden Betriebe erhalten jeweils eine Urkunde. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2022 möglich.

Mit dem Motto „Rheuma Arbeit geben“ sprechen die Initiatoren des RheumaPreises in diesem Jahr gezielt die Arbeitgeberseite an. „Betriebe haben viele Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen ihre wertvollen Fähigkeiten einbringen können“, sagt Professor Dr. med. Matthias Schneider, Direktor der Poliklinik für Rheumatologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitinitiator des RheumaPreises. Bereits kleine Änderungen im Arbeitsablauf, Unterstützungen und Hilfsmittel – als Beispiel sei etwa ein kraftsparender elektrischer Locher genannt – oder eine ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes könnten viel bewirken. Diese Fördermöglichkeiten seien vielen Rheumakranken, aber auch vielen Arbeitgebern nicht bewusst. Von nicht zu unterschätzendem Einfluss ist auch die Atmosphäre, die am Arbeitsplatz herrscht. „Ein vorurteilsfreies und offenes Arbeitsumfeld trägt wesentlich dazu bei, dass berufliche Teilhabe auch für Menschen mit Einschränkungen selbstverständlich ist“, sagt Donata Apelt-Ihling, Textilunternehmerin und Schirmherrin des RheumaPreises 2022. Hier seien auch die Betroffenen selbst gefordert, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen, ihre Grenzen klar zu kommunizieren und auch Hilfe anzunehmen.

Wie es gelingen kann, ein kollegiales und von Respekt geprägtes Arbeitsklima zu schaffen, zeigen die Preisträgerinnen und Preisträger des vergangenen Jahres auf beeindruckende Weise. Als Adriana Anders im Jahr 2014 die Diagnose rheumatoide Arthritis erhielt, informierte sie sofort ihren Arbeitgeber, das Altenzentrum Hospital in Bad Hersfeld – denn es war klar, dass sie ihre bisherige Tätigkeit als Altenpflegerin nicht mehr würde ausüben können. Ein Wechsel in die körperlich weniger belastende Altenbetreuung machte es ihr möglich, weiter mit „ihren“ Bewohnern zu arbeiten; und für das Altenzentrum war es die Chance, ihre bewährte und beliebte Mitarbeiterin nicht zu verlieren.
Bereits in jungen Jahren erkrankte Kerstin Mahr an Morbus Bechterew. Als sie die Diagnose erhielt, war sie als Fremdsprachensekretärin beim Telekommunikations-dienstleister Colt Technology Services GmbH in Frankfurt angestellt. Eine ergonomische Büroausstattung, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Tage ermöglichten es ihr, nicht nur ihre Arbeit fortzuführen, sondern sich innerhalb des Unternehmens zur staatlich geprüften Betriebswirtin weiterzuentwickeln.
Auch bei Achim Rinderle, Klarinettist und Saxophonist, war es der Morbus Bechterew, der ihn mit heftigen Schmerzen in Rücken und Hüften dazu zwang, bereits mit Anfang 20 die Notbremse zu ziehen. Weniger Live-Auftritte und Touren, dafür eine erfüllende Tätigkeit als Instrumentallehrer an der Musikschule Oberallgäu-Süd – die ihn, wann immer notwendig, unterstützt – waren für ihn die ideale Lösung.

Im Beruf zu bestehen und Anerkennung zu finden ist ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität – bei Rheumakranken nicht weniger als bei gesunden Menschen. Und auch die Arbeitgeberseite profitiert enorm, wenn erfahrene und engagierte Mitarbeitende im Betrieb gehalten werden können. „Der RheumaPreis soll dazu beitragen, den großen Mehrwert, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Rheuma für ihr Unternehmen haben, noch besser sichtbar zu machen“, so Apelt-Ihling.

Für den RheumaPreis bewerben kann sich jede/r berufstätige/r Rheumapatient/in. Einzel-personen können ebenso teilnehmen wie Teams, Angestellte ebenso wie Auszubildende, Studierende oder Selbstständige. „Wie in jedem Jahr rufen wir auch die Arbeitgeber von entzündlich-rheumatisch Erkrankten dazu auf, eine Bewerbung einzureichen“, sagt Mitinitiator Schneider. Diese leisteten mit ihren Ideen einen wichtigen Beitrag zur rheumagerechten Gestaltung des Arbeitsumfelds.

Eine Bewerbung ist bis zum 30. Juni 2022 möglich. Die Bewerbungsunterlagen stehen online unter www.rheumapreis.de zum Download zur Verfügung.

Mitglieder der Initiative RheumaPreis:

- AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
- Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh)
- Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG (BI)
- Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh)
- Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
- Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
- Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) e. V.
- Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V.
- Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V.
- Lilly Deutschland GmbH
- Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V.
- Pfizer Pharma GmbH
- Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) e. V. 

Bei Abdruck Beleg erbeten.

Kontakt für Journalisten:

Pressestelle RheumaPreis
c/o Thieme Communications
Stephanie Priester
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: +49 711 8931 605 oder +49 711 8931 703
Fax: 0711 8931-167
Priester(at)medizinkommunikation(dot)org
www.rheumapreis.de
https://www.facebook.com/rheumapreis/

Kontakt Organisationsbüro RheumaPreis:
Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C
10179 Berlin
Tel: 030-24 04 84-74; Fax: 030-24 04 84 -79
info(at)rhak(dot)de
www.rheumaakademie.de
https://www.facebook.com/rheumapreis