RheumaPreis 2026 zeigt: Berufliche Teilhabe birgt Chancen – für Beschäftigte und Unternehmen
Martin Abramowski und Vanessa Kleinsteuber gemeinsam mit ihren Arbeitgebern ausgezeichnet
Leipzig, 12. September 2026 – Die Initiative RheumaPreis hat in Leipzig Martin Abramowski aus Erfurt und Vanessa Kleinsteuber aus Ebstorf mit dem RheumaPreis 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung fand beim Deutschen Rheumatologiekongress 2026 statt. Ausgezeichnet wurden auch ihre Arbeitgeber. Der Preisträger und die Preisträgerin zeigen, wie berufliche Teilhabe gelingen kann – zum Nutzen beider Seiten: Menschen mit Rheuma bringen Erfahrung, Expertise und Engagement ein, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schaffen gemeinsam mit ihnen passende Rahmenbedingungen. Abramowski und Kleinsteuber erhalten jeweils ein Preisgeld von 3000 Euro.
In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Viele erhalten ihre Diagnose, wenn sie mitten im Berufsleben stehen. Dennoch sind sie seltener erwerbstätig als gesunde Vergleichspersonen. „Rheuma Arbeit geben – Die Chancen nutzen“ lautet daher das Motto des RheumaPreises 2026. Das Motto richtet den Blick bewusst nicht nur auf die Beschäftigten. Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber profitieren. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels lohnt es sich, qualifizierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten. Flexible Arbeitsbedingungen und individuelle Unterstützung können dabei helfen. „Die diesjährigen Ausgezeichneten zeigen sehr konkret: Berufliche Teilhabe braucht oft keine aufwendigen Sonderlösungen. Entscheidend sind Offenheit, Flexibilität und die gemeinsame Suche nach praktikablen Wegen“, sagt Professor Dr. med. Matthias Schneider aus Düsseldorf, der den RheumaPreis im Jahr 2009 mit ins Leben gerufen hat.
Nach lebensbedrohlicher Erkrankung zurück im Beruf
Martin Abramowski, 51, arbeitet als Projektmitarbeiter bei Zukunftsfähiges Thüringen e. V. Er lebt mit systemischer Sklerose. Die entzündlich-rheumatische Erkrankung griff zunächst vor allem das Lungengewebe an. Später kamen unter anderem Gefäßschäden und ein plötzlicher Funktionsverlust der Nieren hinzu. Zeitweise war sein Zustand lebensbedrohlich. Er musste dialysiert werden. Nach einer erneuten Verschlechterung fiel er ins Wachkoma. 2022 kehrte Abramowski an seinen Arbeitsplatz zurück. Zunächst arbeitete er im Rahmen einer Wiedereingliederung nur wenige Stunden am Tag. Inzwischen arbeitet er wieder mit einem wöchentlichen Pensum von 50 Prozent. Flexible Arbeitszeitgestaltung, Homeoffice sowie Verständnis für Arzttermine und Krankenhausaufenthalte ermöglichen ihm, seine langjährige Erfahrung und sein Netzwerk weiterhin einzubringen. „Wieder in Arbeit und unter Menschen zu sein – das ist so viel wert“, sagt Abramowski. Auch sein Arbeitgeber profitiert davon, einen erfahrenen Mitarbeiter im Team zu halten. Mehr dazu hier
Offenheit und praktische Lösungen am Arbeitsplatz
Vanessa Kleinsteuber, 26, ist Justizsekretärin bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg. Mit 21 Jahren erhielt sie die Diagnose seropositive rheumatoide Arthritis. Die Erkrankung machte sich bei ihr vor allem durch starke Müdigkeit und Erschöpfung, Schmerzen an Händen und Füßen sowie steife Gelenke bemerkbar. Hinzu kommt ein Sjögren-Syndrom. Es äußert sich insbesondere durch trockene Augen und ausgeprägte Erschöpfung. Zunächst fürchtete sie um ihre berufliche Zukunft. Ihr Arbeitgeber gab ihr jedoch früh Sicherheit. Die Erkrankung sollte weder ihren Arbeitsplatz noch ihre berufliche Perspektive gefährden. Heute helfen Kleinsteuber ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein Stehstuhl, ein Laufband am Arbeitsplatz und ein Rollwagen für schwere Akten. So kann sie ihren Arbeitsalltag an ihre Bedürfnisse anpassen. Arzttermine verbindet sie bei Bedarf mit Homeoffice. Für die Preisträgerin sind vor allem Offenheit und gegenseitiges Vertrauen entscheidend: „Es ist ein Zeichen von Stärke, offen mit der Krankheit umzugehen.“ Mehr dazu hier
Der RheumaPreis macht seit 2009 Beispiele gelungener beruflicher Teilhabe sichtbar. Die Initiative zeichnet Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen aus. Geehrt werden auch ihre unterstützenden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Die Beispiele zeigen, wie langfristige Beschäftigung gelingen kann – oft mit einfachen und praktischen Lösungen.
Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.
Mitglieder der Initiative RheumaPreis:
- AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
- Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh)
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. (DGRh)
- Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
- Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
- Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) e. V.
- Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V.
- Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V
- Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V.
- Sklerodermie Selbsthilfe e. V.
- Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) e. V.
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