Interview mit Donata Apelt-Ihling, Schirmherrin des RheumaPreis 2020

„Wir arbeiten gemeinsam daran, dass es selbstverständlich wird, Menschen mit Rheuma im Beruf zu halten.“

Auch im Jahr 2020 steht der RheumaPreis wieder unter der Schirmherrschaft von Donata Apelt-Ihling. Die Diplom-Betriebswirtin und Textilunternehmerin engagiert sich in verschiedenen Berufsverbänden und sozialen Initiativen. Als erste Frau wurde sie in den Vorstand des Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg gewählt. Daneben ist die Mutter von drei erwachsenen Kindern als Jurorin bei „TOP JOB-Arbeitgeber des Jahres“ oder als Leiterin der Oberkirchener Lesepaten des Kinderschutzbundes Ortenau aktiv.


Frau Apelt-Ihling, Sie übernehmen dieses Jahr bereits zum vierten Mal die Schirmherrschaft für den RheumaPreis. Was motiviert Sie zu Ihrem Engagement

Arbeit ist Teilhabe, stärkt den Selbstwert und bestimmt die Lebensqualität von Menschen in hohem Maße. Meine größte Motivation ziehe ich daher daraus, dass der RheumaPreis tatsächlich einen Wandel herbeiführen und Einstellungen verändern kann: Er führt dazu, dass der große Wert von Arbeitnehmern mit Rheuma gesehen, ihre Leistung anerkannt und als echter Mehrwert geschätzt wird. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass es selbstverständlich wird, Menschen mit Rheuma im Beruf zu halten.


Gab es in der Vergangenheit Preisträger, die Sie besonders beeindruckt haben?

Einzelne Preisträger hervorzuheben, wäre schwer. Ich bin bei den Bewerbungen jedes Mal aufs Neue davon beeindruckt, wie ehrlich und offen die Bewerber über ihre Krankheit und den oft sehr mühevollen und schweren alltäglichen Umgang damit sprechen. Mit dieser Offenheit tragen Sie zu einem Wandel im Umgang mit rheumakranken Mitarbeitern bei. Sie dienen als ermutigendes Vorbild und genau das will unsere Initiative erreichen. Die Preisträger haben ihr Schicksal in die Hand genommen, zum Nachdenken angeregt und etwas bewegt. Diesen Willen, diese Kreativität und diesen Mut belohnt der RheumaPreis.


Wie haben sich die Bewerbungen in den vergangenen Jahren verändert?

Es fällt auf, dass die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer zunehmend stärker unterstützen – sowohl an ihrem Arbeitsplatz als auch bei der Bewerbung selbst. Dadurch zeigen die Unternehmer, dass sie sich ihrer Verantwortung für ihre Mitarbeiter noch stärker bewusst werden und sie als tragende Säule ihres Erfolges verstehen.


Warum sollten sich Arbeitgeber darüber hinaus darum bemühen, die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter mit Rheumaerkrankungen zu verbessern?

Der Einsatz eines Arbeitgebers für seine Mitarbeiter sendet ein starkes Signal nach außen: Wir engagieren uns für unsere Mitarbeiter, handeln sozialverträglich und fördern Integration. All dies sind Werte und Ziele, die unseren Unternehmen und der Gesellschaft zuträglich sind und positiv auf die Arbeitgeber zurückstrahlen!


Was bedeutet der RheumaPreis für das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Mit dem Entschluss zur Nominierung zum RheumaPreis übernehmen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Verantwortung. Arbeitgeber mit rheumakranken Mitarbeitern stehen nicht nur vor der Aufgabe, einen bedarfsgerechten Arbeitsplatz einzurichten, sondern sind auch unter einem sozialen Aspekt gefordert: Zuhören, verstehen, unterstützen, die moralische Stärkung des erkrankten Arbeitnehmers angehen, die Schaffung eines Klimas von gegenseitigem Verständnis und Respekt. Vor allem für mittelständische Unternehmen ist es nicht immer leicht, eine solche besondere Leistungen für einzelne Arbeitskräfte zu erbringen. Um so ehrenwerter ist es, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer diese Herausforderung gemeinsam meistern.

Vielen Dank für das Gespräch!